Story Herr.S 2 e2

 

Was wir von Ostern lernen können.

Der 40. Geburtstag seiner Frau stand vor der Tür und Herr Stressmichnicht hatte lange gebraucht, bis ihm die zündende Idee für ein passendes Geschenk kam. Auf einer Oldtimer-Messe war es dann plötzlich so weit. Beim Anblick eines restaurierten Vespa-Rollers schoss es ihm durch den Kopf. Das ist es – eine alte Vespa. Genau so ein Exemplar wie jenes, mit dem er Frau Stressmichnicht vor über 20 Jahren zur ersten Verabredung abgeholt hatte und mit dem sie gemeinsam die Welt entdeckten. Herr Stressmichnicht machte sich umgehend auf die Suche nach dem Objekt seiner Begierde. Und es dauerte auch gar nicht lange bis er fündig wurde. Die Vespa war zwar nicht mehr fahrbereit, dafür aber optisch und vor allem auch für seinen Geldbeutel noch akzeptabel. "Die hat nur einige kleine Macken, nichts Gravierendes!“ gab ihm der Verkäufer noch mit auf den Weg. Kein Problem dachte sich Herr Stressmichnicht – das Teil bekomme ich schon wieder flott.

Nachdem er dem Oldie neue Zündkerzen verpasst, das Öl gewechselt und das gerissene Kupplungsseil ersetzt hatte, wagte Herr Stressmichnicht den ersten Startversuch. Voller Vorfreude trat er den Kickstarter, aber es passierte nichts. Er probierte es ein zweites, ein drittes und ein viertes Mal, aber jedesmal ohne Erfolg. Dem Motor war einfach keine Regung zu entlocken. Nun gut, das wäre auch zu schön gewesen, dachte er sich. Etwas enttäuscht von seinem ersten Misserfolg kümmerte sich Herr Stressmichnicht in den darauffolgenden Tagen um den Vergaser, den er mit großer Sorgfalt reinigte. „Jetzt musst Du aber anspringen!“ war sein Gedanke, als er nach dem mühevollen Zusammenbau den Kickstarter nach unten trat. Doch wieder passierte nichts. Noch einmal trat er das Pedal mit aller Manneskraft durch - nichts. „Verdammt noch mal!“ entfuhr es ihm sichtlich genervt. Das Geburtstagsprojekt wurde für Herrn Stressmichnicht immer mehr zum Frustrationsprojekt. Keine Spur mehr von seiner anfänglichen Begeisterung – Enttäuschung, Verärgerung und Unlust machten sich zunehmend in ihm breit. Nach einer Woche der Ernüchterung unternahm Herr Stressmichnicht einen letzten Versuch. Er kontrollierte nochmals akribisch jede Kleinigkeit des mittlerweile „blöden Rollers“ und entdeckte tatsächlich noch ein weiteres Problem. Auch der Anlasser hatte eine Macke. Er ersetzte ihn durch einen Neuen, schickte ein Stoßgebet zum Himmel und trat mit zündenden Erwartungen das Startpedal. Doch der Motor blieb störrisch wie ein Esel. Egal wie sehr er auch auf den Kickstarter eintrat, der Motor bewegte sich keinen Millimeter. „Schluss, Aus, Fertig – jetzt reicht's!“ Wütend schmiss er die Garagentür ins Schloss und ging mies gelaunt und mit dem festen Vorsatz das „blöde Teil“ wieder zu verkaufen zu seinem Nachbarn auf ein Frustbier. Dieser hörte sich geduldig das Klagen und das Jammern seines Freundes über den abermaligen Misserfolg an und meinte dann: „Jetzt hast Du schon so viele Probleme behoben, viel kann der Kiste doch jetzt nicht mehr fehlen.“ Und etwas spöttisch fügte er hinzu: „Du weißt schon, dass Dein blödes Teil auch Benzin braucht?“. „Für wie doof hältst Du mich?“, antwortet Herr Stressmichnicht. „Natürlich habe ich Benzin…“ Benzin? Augenblicklich durchzuckte es Herrn Stressmichnicht, denn vor lauter Zorn und Wut über den Roller und seine eigene Unfähigkeit diesen wieder zum Laufen zu bringen, hatte er vergessen, den Benzinhahn nach der letzten Reparatur wieder zu öffnen. Und siehe da, der Roller schnurrte wie ein junges Kätzchen.

Geht es uns allen nicht hin und wieder genauso, wie Herrn Stressmichnicht? Nicht alles, was wir im Leben anpacken, probieren und versuchen funktioniert auch gleich auf Anhieb. Immer wieder erleben wir Misserfolge, die uns Kraft, Nerven und Lebensfreude kosten. Aber wie sollen wir jetzt mit Misserfolgen umgehen?

Der Schlüssel liegt im Kopf!

Haben Sie an Ostern einmal kleine Kinder bei ihrer Suche nach dem Osterhasen beobachtet? Ja? Dann wurde Ihnen perfekt vorgelebt, wie man mit Misserfolgen umgehen sollte. Kinder laufen voller Freude und Begeisterung in den Garten und blicken hinter den ersten Baum. Wartet hinter diesem kein Erfolgserlebnis in Form eines leckeren Osterhasen auf sie, machen sie sich sofort auf zum nächsten Baum. Aber was, wenn sich auch dort kein Osterhase versteckt? Sind die Kinder jetzt frustriert oder gar deprimiert? Sagen sie sich „blöder Osterhase“, verlieren die Lust und geben die Suche auf? Nein, sie machen weiter und laufen zum nächsten potentiellen Osterhasenversteck. Denn sie wissen instinktiv, dass mit jedem Ort und jedem Winkel, den sie bereits erfolglos abgeklappert haben, ihre Chancen steigen den Osterhasen zu finden: Wenn es nur 5 Bäume im Garten gibt und die Kleinen bereits drei Bäume erfolglos kontrolliert haben, dann können sie maximal noch einmal falsch laufen, bevor sie Erfolg haben. Das bedeutet, jeder Misserfolg bringt sie ihrem Ziel – den Osterhasen zu finden – einen Schritt näher. Und diese Tatsache gilt jetzt nicht nur für die Suche nach dem Osterhasen, sondern generell im Leben. Misserfolge sind nichts anderes als Wegweiser zum Erfolg. Es sind Verkehrsschilder, die uns sagen wollen: „Halt. Stopp. Du musst Deinen Weg verändern, um erfolgreich zu sein!“ Wie im Falle von Herr Stressmichnicht, dem jeder Misserfolg sagen wollte, dass es noch ein weiteres Problem an einer anderen Stelle gibt, das es noch zu lösen gilt, bevor der Roller wieder rollt. Kinder nehmen an Ostern diese „Verkehrsschilder“ instinktiv war, indem sie nach jedem Misserfolg sofort etwas die Richtung ändern und an einer anderen Stelle nach dem Osterhasen suchen. Deshalb: Lassen Sie sich von Misserfolgen nicht entmutigen und ihre gute Laune verderben. Im Gegenteil: Seien Sie dankbar für Misserfolge, denn jeder Misserfolg bringt Sie Ihrem Ziel einen Schritt näher. Machen Sie sich immer wieder bewusst: Misserfolge sind Wegweiser zum Erfolg!

 

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