4.1 Leistungsstärke 1

 

Was die Gesundheit & Leistungsstärke

der Mitarbeiter zum Kentern bringt!

 

Job ist Stressfaktor Nummer 1, aber...

Die sich immer schneller drehende Arbeitswelt ist der größte Stressfaktor. Ein hohes Arbeitspensum, Termindruck und Hetze, häufige Störungen und Arbeitsunterbrechungen sowie mangelnde Wertschätzung der eigenen Leistung sind wesentlich dafür verantwortlich, dass sich aktuell bereits jeder zweite Mitarbeiter oft erschöpft, ausgelaugt und verbraucht fühlt. Allerdings ist der Job – anders als von vielen Seiten oftmals dargestellt – nicht der einzige und alles entscheidende Belastungsfaktor. Das berufliche Umfeld ist zwar ein wichtiger Lebensbereich, aber nur eine Säule der persönlichen Stabilität. Selbst bei optimal gestalteten beruflichen Rahmenbedingungen können durch Probleme im privaten Umfeld Krisen entstehen, die nicht selten in seelischen Beschwerden gipfeln, welche die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter massiv einschränken und immer öfter auch zu kostspieligen Arbeitsausfällen führen.

 

...auch private Krisen belasten die Arbeitsfähigkeit enorm.

Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer repräsentativen Befragung zeigen konnte, schränken private Krisen, wie etwa Beziehungskonflikte, Trennung und Scheidung, eine schwere Krankheit eines nahen Angehörigen oder auch finanzielle Probleme die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten extrem ein. Laut WIdo war rund die Hälfte der Erwerbstätigen in den letzten fünf Jahren von solch einem kritischen Lebensereignis betroffen. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind für Beschäftigte und Arbeitgeber gravierend: Knapp 80 Prozent der Betroffenen berichten von psychischen Problemen, wodurch sich in der Folge mehr als die Hälfte in der eigenen Leistungsfähigkeit in ihrem Berufsleben eingeschränkt fühlte. Und mehr als ein Drittel fühlte sich aufgrund des kritischen Lebensereignisses unzufrieden mit der Arbeit oder hat sich häufiger krank gemeldet.

 

Was tun?

 

Was wird aktuell von den Unternehmen getan,

um die Mitarbeiter wieder aufzurichten?

 

1. Veränderung der Rahmenbedingungen.

Günstige berufliche Rahmenbedingungen, wie etwa eine gute Arbeitsorganisation oder Arbeitsplatzgestaltung haben natürlich einen positiven Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und auf die Qualität der Arbeit. Aber sämtliche betriebliche Faktoren zu optimieren, kostet die Unternehmen sehr viel Zeit und Geld. Zudem verfehlen sie beim Thema Stress nicht selten die erhoffte Wirkung, wie die Gesundheitsreporte der Krankenkassen, trotz großer Anstrengung seitens der Unternehmen, jedes Jahr aufs Neue sehr deutlich belegen: „Immer mehr Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen“ (Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2017). Außerdem: Selbst die besten Arbeitsbedingungen nützen nichts, wenn es Zuhause nicht läuft.

 

2. Veränderung des Mitarbeiterverhaltens.

Den Mitarbeitern im Rahmen von Vorträgen, Seminaren oder Workshops einen besseren Umgang mit Stress aufzuzeigen, ist ein guter Ansatz, aber in seiner Umsetzung meist wirkungslos. Allein durch Aufklärungsprogramme oder das Antrainieren neuer Verhaltensregeln lassen sich nachhaltig keine positiven Veränderungen erzielen, denn das Verhalten ist immer nur das Symptom. Es ist die Folge der persönlichen Überzeugungen und festen Vorstellungen jedes einzelnen Mitarbeiters. Und diese inneren Haltungen bestimmen nicht nur, wie sich ein Mitarbeiter im beruflichen oder privaten Umfeld verhält, sondern sie bestimmen auch, wie ein Mitarbeiter mögliche Stressfaktoren bewertet. Die innere Haltung ist somit hauptverantwortlich dafür, ob ein Mitarbeiter negativen Stress erlebt oder nicht. Und diese Tatsache wurde von der Gehirnforschung immer wieder bewiesen. Das bedeutet, nicht das Verhalten, sondern die innere Haltung gilt es zu verändern. Denn das ist der größte Hebel, um die Gesundheit und Leistungsstärke der Mitarbeiter zu stärken.

 

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